Warum galt die Wohnanlage „Swan“ an der Leningradskoje Chaussee als die prestigeträchtigste Wohnanlage?
Falls man an den Reihenhäusern am Ufer des Khimkinskoye-Stausees vorbeifährt, halten nur wenige Menschen inne und überlegen, dass solche Gebäude auch im gesamten Stadtteil errichtet werden könnten. Wir erzählen von der Vergangenheit und Gegenwart des einzigen experimentellen Wohnkomplexes „Schwan“.
Adresse: Moskau, Leningradskoe-Hochstraße 29–35 Baujahr: 1967–1973 Entwickler: Das Team um Andrei Meerzon Stil: Konstruktivismus
Wohnkomplex „Schwan“ auf einer Karte von MoskauKonzept: Der Wohnkomplex „Schwan“ war ein experimentelles Projekt – ein Prototyp für einen komfortablen und prestigeträchtigen Stadtteil. Nach den Plänen von Andrei Meerzon sollte der Komplex aus vier Hochhausreihenhäusern bestehen, die durch einen gemeinsamen Podium verbunden waren. Es war geplant, solche Gebäude im gesamten Stadtteil zu errichten und die Bewohner in verschiedene „Gemeinschaften“ einzuteilen – jede Gemeinschaft sollte in einem eigenen Wohnkomplex mit speziellen Dienstleistungen leben.

Wirklichkeit: Am Ende wurden vier 16-stöckige Reihenhäuser gebaut. Wie auch bei seinen späteren Bauwerken (darunter das berühmte „Aviator House“ an der Leningradskoe-Hochstraße) ließ Meerzon die Gebäude auf Säulenstützen errichten, damit sie den Fußgängern nicht im Weg standen. Später wurde auf diesem Podium ein Theater gebaut; leider blieb der experimentelle Wohnkomplex aufgrund der hohen Baukosten einzigartig in seiner Art.
Foto: Denis EsakovInteressantes Detail: Der gemeinsame Podiumsboden des Wohnkomplexes war so konzipiert, dass er einen geräumigen Eingangsbereich mit Umkleidekabine, Automaten, Bestellbüro, Wäscherei, Krankenzimmer, Kindertagesstätte, Konferenzraum, Werkstätten und weiteren Einrichtungen enthielt. Heutzutage wären solche Elite-Stadtteile nichts Außergewöhnliches mehr – in den 1960er Jahren jedoch war dies ein innovatives Projekt.
Die funktionelle Dachfläche des Podiums diente auch Freizeitzwecken: Die Bewohner konnten dort im Freien entspannen und sogar Sport treiben. Die Idee eines „öffentlichen“ Daches wurde bereits von Moisey Ginzburg im berühmten „Narkomfin House“ umgesetzt.
Foto: Denis EsakovNebenbei bemerkt: Der Wohnkomplex „Schwan“ war ein Versuch, einen neuen Typ von Wohnkomplex zu schaffen – eines Komplexes, der vom Stadtzentrum abgegrenzt und in die Natur eingebettet ist. Das Problem der Entfernung zum Stadtzentrum wurde durch das Auto gelöst; es handelte sich um den ersten Wohnkomplex in Moskau mit unterirdischem Parkhaus. Die natürliche Umgebung wurde dadurch gewährleistet, dass der Komplex in einer Grünzone am Ufer des Khimkinskoye-Stausees lag.
Anzahl der Wohnungen: Je nach Gebäude zwischen 90 und 151 Wohnungen.
Raumaufteilung:
Die Wohnungseinrichtung galt damals als exklusiv: hohe Decken (2,7 Meter Höhe), große Küchen, geräumige Zimmer sowie Balkone.
Podiumsboden des Wohnkomplexes „Schwan“Wohnungspreis: Eine 57 Quadratmeter große Zwei-Zimmer-Wohnung mit Blick auf den Stausee kann für 11,5 Millionen Rubel gekauft werden.
Mietpreis:Dieselbe Zwei-Zimmer-Wohnung kostet monatlich 55.000 Rubel Miete.

Auf dem Cover: Foto von Denis Esakov.
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