Wandverputzen
Man möchte es oft vermeiden, weil dieser Vorgang staubig und arbeitsintensiv ist und Geschicklichkeit und spezielle Fähigkeiten erfordert.
Man möchte es oft vermeiden, weil dieser Vorgang staubig und arbeitsintensiv ist und Geschicklichkeit und spezielle Fähigkeiten erfordert.
Wir betrachten nun etwas genauer die Technik des Wandausgleichs mit Putz, die verschiedenen Arten von Putzmaterialien sowie die verschiedenen Anwendungsmethoden je nach geplanter Endausstattung.
Arten und Zusammensetzung von Putz
Die Hauptmaterialien, aus denen Putzgemische hergestellt werden, sind Gips, Zement und Latex. Ein entscheidender Parameter für Putz ist die Korngröße – je kleiner diese ist, desto dünner kann die Schicht aufgetragen werden. Das feinste Korn hat Latex-Putz, das gröbste Zement-Putz. Daraus ergeben sich die Unterschiede in der Verwendung.
Latex- und Acryl-Putzmaterialien werden für die kosmetische Vorbereitung von Wänden vor dem Streichen verwendet. Sie werden z. B. auf Gipskarton nicht zum Ausgleich der Ebene aufgetragen – die ist bei Neubauten mit Gipskarton- oder Gipsfaserplatten ohnehin eben – sondern, um Fugen und Stellen zu verschließen, an denen die Platten mit Schrauben befestigt sind, um später keine Risse oder sichtbare Schraubenköpfe durch Tapete oder Farbe zu vermeiden.
Gips-Putz mit gröberem Korn wird in Schichten bis zu 5 mm mehrfach aufgetragen und anschließend geschliffen, um eine glatte Oberfläche zu erzielen. Solche Putze werden bereits für die Ausgleichung alter Oberflächen aus Ziegel oder Gasbetonblöcken verwendet.
Zement-Putz hat neben sehr grobem Korn, was eine noch dickere Schicht ermöglicht, einen entscheidenden Vorteil gegenüber den beiden anderen Arten: er ist wasserfest und kann daher auch für die Außenverputzung von Gebäuden verwendet werden.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Auftragen von Putz
Jeder Putz weist eine ungenügende Haftung an vielen Untergründen (Ziegel, Zellbeton, Stahlbeton usw.) auf. Daher muss die Wand vor dem Auftragen mit einer Tiefengrundierung versehen werden. Dieser Anstrich verbessert die Haftung des Putzes an der Wand und verhindert Schimmel- und Pilzbildung.
Anschließend werden alle komplexen Stellen an der Wand (Fugen zwischen Gipskartonplatten, mögliche Vertiefungen, Dellen und andere Stellen, an denen der Putz dicker aufgetragen wird) mit einer Verstärkungsnetz – Serpianka – behandelt. Es besteht aus dünnen Fäden aus Glasfasern, die miteinander verwebt sind und eine klebende Schicht auf einer Seite haben, um sicher an der Wand zu haften. Die Rolle von Serpianka ist besonders wichtig an den Fugen von Gipskartonplatten, da selbst gut aufgetragener Putz an diesen Stellen zwangsläufig reißen wird, woraufhin sich eine schwarze Risslinie auch im Endbelag bilden wird.
Wenn die Wand uneben ist, ist es am einfachsten, sie durch Einbau von Richtprofilen wieder eben zu machen. Es gibt viele Methoden, aber die einfachste ist, Schrauben an den vier Ecken der Wand einzuschrauben und eine Kappernische oder Faden (möglichst straff) zu spannen. Der Abstand zwischen Faden und Wand kann durch Anziehen oder Lockerung der Schrauben reguliert werden. Anschließend werden die Richtprofile an diesem Faden ausgerichtet und mechanisch (mit Schrauben) im Abstand von 1–1,5 m befestigt.
Herstellung des Klebstoffs. Einige Putze (z. B. Latex-Putz) werden bereits fertig zum Auftragen in Kunststoffbehältern oder Beuteln geliefert. Gips- und Zement-Putze hingegen erfordern eine Vorbereitung, die darin besteht, die trockene Mischung mit Wasser zu verflüssigen und gleichmäßig zu rühren, bis eine elastische, pastenartige Konsistenz erreicht ist. Besser ist es, dies in speziellen Kunststoffbehältern zu tun, wobei die Mischung mit einem Bohrhammer und einer speziellen Mischdüse verarbeitet wird.
Anschließend wird die erste Schicht Putz aufgetragen. Bequemster ist dies mit einem breiten Spachtel (metallisch oder Kunststoff), wobei der Putz gleichmäßig in Richtung von oben nach unten oder von links nach rechts verteilt wird. Die Dicke der aufgetragenen Schicht wird umso geringer, je näher der Winkel zwischen Spachtel und Wand 90° ist. Man sollte die Dicke nicht übertreiben – wenn sie zu dick ist, kann sie beim Aushärten reißen oder sich ablösen.
Nach vollständigem Aushärten der ersten Schicht muss diese geschliffen werden, um sichtbare Unebenheiten und Rauheiten zu entfernen. Danach wird die zweite, finale Schicht aufgetragen. Ihre Dicke sollte 1–2 mm nicht überschreiten.
Der letzte Schritt ist die finale Schleifung (Schliff) der getrockneten Putzschicht mit sehr feinem Schleifpapier (180, 200 oder feiner). Dazu kann man sowohl eine handbetriebene Schleifplatte als auch eine moderne Schleifmaschine verwenden.
Nach vollständigem Aushärten des gesamten verputzten Bereichs muss dieser von Staub gereinigt werden, und er ist dann bereit für die weitere Veredelung – Streichen oder Tapezieren. Normalerweise hat jemand, der noch nie mit eigenen Händen verputzt hat, anfangs Schwierigkeiten bei den ersten 2–3 m², danach wird der Prozess leichter und erfolgreicher.







