Vorbereitung von Wänden für die Farbe
Die Wandfläche muss eben und glatt sein, damit die Farbe nach Abschluss aller Arbeiten gleichmäßig aufgetragen wird und keine Unebenheiten oder Fehler sichtbar sind. Es gibt mehrere grundlegende Regeln, die beachtet werden müssen, um ein perfektes Ergebnis zu erzielen.
Bei einem kürzlich aus Beton gebauten Raum muss man bis zur vollständigen Verdunstung der Feuchtigkeit warten – das kann etwa dreißig Tage dauern. Um zu überprüfen, ob die Wände trocken sind, kann man eine einfache Methode anwenden: Klebe über Nacht ein großes Stück Polyethylen an die Wand. Wenn es dunkler wird oder sich Kondensat bildet, ist es noch zu früh, um die Renovierungsarbeiten fortzusetzen.
Holz, Ziegel und andere Baumaterialien setzen weniger Feuchtigkeit frei. In einem neuen Haus muss man daher nur auf das vollständige Aushärten der Verklebemassen warten, bevor man die nächsten Schritte der Renovierung beginnen kann.
Wie man Wände vorbereitet, wenn sie eine alte Beschichtung haben
In einem Raum, in dem Arbeiten geplant sind, muss zuerst die Stromversorgung abgeschaltet werden, bevor man mit dem Abtragen der alten Beschichtung beginnt.
- Tapeten entfernt man mit einem Spachtel. Um die Abtrennung zu erleichtern, kann man sie einige Stunden vorher leicht mit Wasser aus einer Sprühflasche befeuchten. Bei hartnäckigen Stellen sollte ein spezieller Reiniger verwendet werden.
- Ölfarbe muss mit einem 3–5%-igen Soda-Lösung gewaschen werden, danach den abgelösten Belag mit einer Metallbürste oder einem Spachtel entfernen.
- Wasseremulsionsschichten entfernt man mit schwach sauren Lösungen, die mit einer weichen Bürste oder einer Schwammkugel aufgetragen werden.
- Leimfarbe tränkt man mit einer 1–2%-igen Salzsäure-Lösung, dann reinigt man die Wandfläche mit einer Bürste.
- Wasserdispergierte Farben entfernt man etwas länger: man klebt zuerst alte Zeitungen an die Wand wie Tapeten, um sie später abzuziehen.
Nachdem die alten Beschichtungen entfernt wurden, müssen unebene Stellen mit Pumstein oder feinem Schleifpapier abgerieben werden. Bei Rostflecken muss man mit Wasser nachspülen und mit einer 10%-igen Kupfersulfat-Lösung grundieren, damit sie nicht durch die neue Beschichtung hindurchscheinen. Fettflecken lassen sich gut mit einer 5%-igen Lösung von kalkgebrannter Soda reinigen. Schimmelpilze müssen mit heißem Wasser und gewöhnlichem Seifenwasser abgewaschen werden (beseitigt den Geruch) und die betroffene Fläche im Umkreis von einem halben Meter mit Fungiziden behandelt werden.
Anschließend sollte der Zustand der gesamten Wandfläche überprüft werden: Wenn die Oberfläche eben ist, führe eine leichte Schleifung mit grobem dann feinem Schleifpapier durch. Bei kleinen abgelösten Putzstücken, Rissen oder Abplatzungen muss man sie grundieren und nach dem Trocknen ausgleichen. Wenn die Wand uneben ist oder der Putzschicht bereits alt ist, ist es am besten, sie vollständig mit einem Spachtel zu entfernen. Danach müssen die Wände mit einer Soda-, Ammoniak- oder Seifenlösung behandelt werden, die anschließend mit reinem Wasser abgespült werden muss.
Ausgleichen der Wände vor dem Streichen
Wenn die Wände nach dem Abtragen der alten Beschichtung bis auf das Untergrundmaterial vollständig entfernt wurden, müssen sie neu verputzt werden. Auf die saubere Fläche wird eine wasserundurchlässige Grundierungsschicht aufgetragen, um die Haftung des Putzes an der Wand zu verbessern. Danach werden in ganzem Raum die Richtmarken an den höchsten Stellen angebracht, und eine Putzschicht wird bis zur vollständigen Ausgleichung aufgetragen. Häufig verwendet man:
- Kalkputz: eine schwach belastbare Mischung mit hohen ökologischen Eigenschaften.
- Gipsputz: für Räume mit niedriger Feuchtigkeit.
- Zement-Sand-Mischung: feuchtigkeitsbeständig, stark, geeignet für Außen- und Innenarbeiten.
Wenn die Wände bereits eben sind, kann man auf Putz verzichten. Es werden 1 bis 3 Schichten Spachtelmasse benötigt, um eine perfekt ebene Oberfläche ohne Fehler wie Abplatzungen, Risse oder unterschiedliche Dicken zu erreichen. Jede Schicht mit einer Dicke von 0,5 bis 1,5 mm muss nach dem Trocknen und Schleifen der vorherigen Schicht aufgetragen werden. In einigen Fällen wird ein besonderes Netz, sogenannte „Spinnennetz“ aus dünnem, verstärktem Glasvlies, verwendet, bevor die Spachtelmasse aufgetragen wird.
Jede aufgetragene Schicht muss vollständig trocken sein – dies ist entscheidend. Ohne dies können Flecken durch die Farbe hindurchscheinen, und die Oberfläche wird nicht perfekt glatt. Zugluft und Kälte können die Trockenzeit verlängern und die vorbereitete Oberfläche beschädigen. Deshalb müssen Türen und Fenster nach der Arbeit geschlossen bleiben. Nach dem Trocknen wird die Wand mit Schleifpapier abgerieben, Staub entfernt und mit einem Antiseptikum behandelt.
Nun kann man wasserbasierte, ölige, acrylbasierte oder jede andere Farbe auftragen.




