- Der gemeinsame Kalender ist ein Werkzeug für familiären Frieden, keine Bürokratie;
- Man sollte mindestens eine Woche im Voraus planen und größere Dinge monatelang vorbereiten;
- Wöchentlich ist ein kurzer Rat von fünfzehn Minuten für die Familie nützlich;
- „Ich behalte alles im Kopf“ ist eine garantierte Quelle für Probleme.
Familienkalender: 15 Minuten pro Woche gegen endlose Unordnung
Die Formatierung kann beliebig praktisch sein, wobei die beste Variante oft eine Kombination ist: ein Papierkalender in der Küche für einen schnellen Überblick plus ein elektronischer Kalender im Handy, der unter den Erwachsenen synchronisiert wird. Es lohnt sich, alles hineinzuschreiben, was Zeit und Platz hat: die Arbeitszeiten beider Elternteile, den Schulplan sowie zusätzliche Kurse, die Aktivitäten der Kinder, Arzttermine, Geburtstage, Urlaube, Besuche von Gästen und Handwerkern sowie größere Zahlungen. Eine Farbcodierung, bei der jeder Eintrag eine eigene Farbe hat und gemeinsame Ereignisse separat hervorgehoben werden, ermöglicht es auf einen Blick zu erkennen, wer an was heute teilnimmt. Der Kalender ist nur so nützlich, wie vollständig das Familienleben darin erfasst ist.
Man sollte auch das in den Kalender eintragen, was man sonst oft vergisst – schließlich führt das zu Störungen. Zwischen den Veranstaltungen muss man ausreichend Zeit für die Anreise einplanen, sonst bricht das auf dem Papier perfekte Zeitplan bereits bei der ersten Staus zusammen. Ebenso wichtig ist es, festzuhalten, wo und wann die Familie isst, denn hungrige und müde Menschen streiten schon aus dem Nichts heraus. Getrennt wird außerdem der Erholungs- und Freizeitbedarf jedes Einzelnen geplant, denn freie Stunden ohne Verpflichtungen sind genauso ein Teil des Lebens wie Kurse und Arbeit – ohne sie verwandelt sich der Zeitplan in einen Fließbandprozess. In besonderen Situationen wie einer Scheidung wird sogar mit dem ehemaligen Ehepartner zu Gunsten der Kinder ein gemeinsamer Kalender geführt, während helfende Großeltern, Kindermädchen und Fahrer in ihren jeweiligen Zeitplan einbezogen werden. Der Kalender ist dann effektiv, wenn nicht nur die Aufgaben darin festgelegt sind, sondern auch die Pausen geschützt werden.
Ein kurzer Ritual macht das ganze System lebendig: ein Familientreffen einmal pro Woche, am besten am Sonntagabend, für fünfzehn Minuten. Dabei wird die kommende Woche laut durchgesprochen, schwierige Tage mit überschneidenden Plänen identifiziert und im Voraus entschieden, wer wen fährt, wer kocht und wer abholt. Gleichzeitig werden Ersatzpläne für den Fall besprochen, dass beide beschäftigt sind. Diese fünfzehn Minuten beseitigen den größten Teil der alltäglichen Konflikte, denn sie verlagern Streitigkeiten vom heißen Moment in eine ruhige Diskussion. Einfach ein solches Treffen an Sonntagen etablieren – nach einem Monat wird die Familie wie ein Team mit gemeinsamem Plan funktionieren, anstatt wie mehrere Personen, die zufällig am selben Ort wohnen.







