Pacific Residence / Moon Hoon / Südkorea

Eine Betonwelle gegen Ozean und Berg
Pacific Residence erhebt sich eindrucksvoll auf einem sanften Hügel in der Küstenstadt Seogwipo auf der Insel Jeju – an einem Ort, an dem der ferne Pazifische Ozean auf den Gipfel des Halla-Berges trifft.
Für Moon Hoon ist das Haus eine skulpturale Reaktion auf die Landschaft: Als „Gegenwelle“ zum Ozean konzipiert, besteht die Architektur aus acht winklig angeordneten Baukörpern unterschiedlicher Größe und Ausrichtung. Diese gestapelte Geometrie sorgt dafür, dass alle Räume von Südausrichtung, Aussicht und Licht profitieren können, während die Gesamtform sich kraftvoll gegen den Horizont abhebt.
Das Ergebnis ist ein Haus, das sich nicht vor seiner Umgebung versteckt – es erhebt sich ihr entgegen. Die wellenförmige Komposition dient sowohl als formale Metapher als auch als räumliche Strategie.
Planlogik und räumliche Abfolge: Eine aufsteigende Reise
Das Haus ist vertikal durch eine Abfolge von geteilten Ebenen, Rampen und Treppen organisiert – eine räumliche Choreografie, die die Wellenbewegung nachahmen soll.
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Der Eingang befindet sich auf der Nordseite und wird durch eine niedrige Mauer aus Basaltstein geschützt, die gegen die starken Winde auf Jeju abschirmt.
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Vom Foyer aus geht man eine Treppe hinauf, um den Hauptwohnraum zu erreichen – einen doppelstöckigen Raum, der zum Ozean hin offen ist.
Wenn man weiter nach oben geht, gelangt man in die Küche und den Essbereich, anschließend durch eine sorgfältig abgestimmte vertikale Anordnung in die Schlafzimmer (drei für Kinder, eines als Master-Schlafzimmer) und schließlich in einen obersten Bibliothek-/Feierraum, von dem aus man Panoramablicke auf das Meer und die Berge hat.
Diese nach oben führende Anordnung aus Stufen und Rampen schafft ein lebendiges Erlebnis eines schrittweisen räumlichen Entfaltens – jede Etage verändert den Ausblick, das Licht und die Atmosphäre. Dadurch wird ein bescheidener Raum zu einem mehrschichtigen, geräumigen Innenraum.
Materielle Qualität und Ausdruck: Beton als ewige Welle
Das Gebäude verwendet betonierten Stahlbeton mit Holzdielen-Textur, ein charakteristisches Material für viele von Moon Hoon’s Projekten auf Jeju. Die Wahl ist sowohl poetisch als auch pragmatisch: Beton widersteht dem Wind und der Salzbelastung auf der Insel, während die texturierte Oberfläche dazu beiträgt, dass die Flächen ansprechend altern und sich mit der basaltreichen Umgebung verbinden.
Umfangreiches Verglasungssystem und große Fenster – insbesondere an den nach Süden ausgerichteten Bereichen – lassen Licht tief in das zweistöckige Haus eindringen, während die Betonstrukturen sowie schräg angeordnete Säulen sowohl strukturelle Stabilität bieten als auch eine skulpturale Ausdrucksform schaffen, die an starke Meereswellen erinnert.
Wohnkonzept und familienorientierte Anforderungen
Die Anforderungen des Kunden waren klar: ein Haus für ein junges Paar – ursprünglich ein Neurochirurg und seine Verlobte – mit dem Plan, drei Kinder zu erziehen.
Daher umfasst das Programm vier Schlafzimmer (Hauptschlafzimmer + drei Kinderzimmer), ein Wohnbereich, eine Küche mit Essplatz sowie einen Leseraum/Partyraum – insgesamt acht funktionale Räume.
Das Design vereint die Bedürfnisse der Familie (Privatsphäre, getrennte Schlafzimmer) mit einem Gefühl des gemeinsamen Lebens – die fließende Raumfolge, miteinander verbundene Räume sowie offene Wohnbereiche fördern den sozialen Austausch, ermöglichen aber gleichzeitig auch Einsamkeit.
Warum Pacific Residence wichtig ist
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Form, geprägt von der Landschaft: Pacific Residence reagiert auf die Lage (Meer + Berge + Hang) mit einer Architektur, die den Kontext aufnimmt und feiert anstatt sich dagegen zu wehren.
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Vertikale Choreografie: Die aufsteigende Raumgestaltung verwandelt ein bescheidenes Grundstück in ein reichhaltiges, mehrschichtiges Zuhause, wobei jede Etage eigene Ausblicke und Atmosphären bietet.
Materialintegrität: Der freiliegende Beton – strukturiert und verwittert – verleiht dem Haus Stärke, Langlebigkeit sowie eine zeitlose skulpturale Qualität, die zum küstennahen Klima von Jeju passt.
Integration von Funktion und dramatischer Gestaltung: Das Haus zeigt, wie praktisches Familienleben (Schlafzimmer, Wohnraum, Küche, Bibliothek) ohne Kompromisse mit kraftvoller architektonischer Ausdrucksweise koexistieren kann.
Pacific Residence ist ein überzeugendes Beispiel für zeitgenössische Küstarchitektur in Südkorea – dort, wo Erzählung, Kontext und Lebensweise zusammenfließen.
























