">
Interview mit einem Designer: Ein Innenraum beginnt nicht mit einem Bild, sondern mit einer Idee - REMONTNIK.PRO

Interview mit einem Designer: Ein Innenraum beginnt nicht mit einem Bild, sondern mit einer Idee

Share:
Diese Seite ist auch in den folgenden Sprachen verfügbar:🇺🇸🇷🇺🇺🇦🇫🇷🇪🇸🇵🇱🇨🇳🇮🇳🇯🇵
Wenn wir einen wirklich harmonischen Innenraum betreten, fordert er keine Aufmerksamkeit auf, sondern umhüllt uns sanft. In einem solchen Raum bemerkt man die einzelnen Elemente nicht – er wird als Ganzes wahrgenommen, wie eine musikalische Symphonie, in der jede Note an ihrem Platz ist. Doch wie entsteht diese Magie? Wo endet die Architektur und wo beginnt das Design? Und in welchem Moment tritt Kunst auf die Bühne, die eine schöne Wohnung in ein Zuhause mit Seele verwandelt?

Wir haben mit Elena Potemkina, Gründerin des Studios Elena Potemkina Interiors, darüber gesprochen, wie diese komplexe Kausalbeziehung entsteht, woher die Ideen kommen und warum ein Bild zum ersten Akkord eines zukünftigen Projekts werden kann.

Sie absolvierte die Stroganow-Hochschule für Kunst und Design. Seit 2005 ist sie als Innenarchitektin tätig.
Elena, wo beginnt die Arbeit an einem Innenraum? Mit Skizzen, mit der Stimmung oder mit Gesprächen mit dem Kunden?

— Das ist eine gute Frage, denn viele denken, dass alles mit einem schönen Bild auf Pinterest oder einer modischen Farbpalette beginnt. Tatsächlich ist es viel tiefer. Design ist eine Fortsetzung der Architektur, genauso wie Kleidung die visuelle „Fortsetzung“ des menschlichen Körpers ist.

Design von Elena Potëmkin, Foto von Maria Voinova, Stil von Victoria Zvonilina
Design: Elena Potëmkin, Fotos: Maria Voinova, Stil: Victoria Zvonilina
Design von Elena Potëmkin, Foto von Boris Bochkarev, Stil von Victoria Zvonilina
Design: Elena Potëmkin, Fotos: Boris Bochkarev, Stil: Victoria Zvonilina

— Ja, genau so ist es. Die Wände sind nicht mehr nur Flächen – sie „fließen“ förmlich in den Raum hinein und werden zu Möbeln, Aufbewahrungssystemen sowie Beleuchtungskonzepten. Ein guter Innenraum entsteht an der Schnittstelle zwischen Kunst und einer sehr strengen Systematik. Einerseits steht Freiheit und Kreativität im Vordergrund, andererseits strenge Disziplin sowie Aufmerksamkeit für jedes Detail. Wenn die Architektur gut durchdacht ist, folgt das Design ihr natürlich, ohne Zwang und Kompromisse. Die Möbel werden zur logischen Fortsetzung der Wände und nicht einfach nur zu einer Ansammlung von Gegenständen.

Design von Elena Potëmkin, Foto von Inna Sedletskaya, Stil von Victoria Zvonilina
Design: Elena Potëmkin, Fotos: Inna Sedletskaia, Stil: Victoria Zvonilina

— Dekoration und Styling sind die logische Fortsetzung der ersten beiden Schritte. Ich vergleiche Dekoration oft mit Make-up und Schmuck für eine schlanken, gepflegten, gut gekleideten Frau. Es ist schön, wenn Accessoires das Aussehen vervollständigen, anstatt Mängel zu verbergen. Man kann natürlich versuchen, Fehler aus den ersten Schritten durch Styling zu kaschieren, aber langfristig ist das keine Lösung. Das ist erst Hilfe für Fotoshootings, nicht fürs Alltagleben.

Design von Elena Potëmkin, Foto von Inna Sedletskaya, Stil von Victoria Zvonilina
Design: Elena Potëmkin, Fotos: Inna Sedletskaia, Stil: Victoria Zvonilina
Design von Elena Potëmkin, Foto von Maria Voinova, Stil von Victoria Zvonilina
Design: Elena Potëmkin, Fotos: Maria Voinova, Stil: Victoria Zvonilina

— Kunst ist eine besondere Materie. Sie kann zu jedem Zeitpunkt in ein Projekt eingeführt werden, doch das interessanteste Ergebnis entsteht, wenn sie der Ausgangspunkt, der erste Akkord des zukünftigen Projekts wird. Ein geschickt ausgewähltes Kunstwerk in der Konzeptphase setzt nicht nur einen Akzent – es bestimmt den Ton für den gesamten Raum.

Design von Elena Potëmkin, Foto von Michail Tschekalow, Stil von Victoria Zwonilina
Design: Elena Potëmkin, Fotos: Michail Tschekalow, Stil: Victoria Zwonilina
Design: Elena Potëmkin, Foto: Sergey Ananiev, Stil: Ekaterina Vasilieva
Design: Elena Potëmkin, Fotos: Sergey Ananiev, Stil: Ekaterina Vassilieva

— Natürlich ist das auch möglich. In der Endphase kann es zum entscheidenden Element werden, das den Fokus setzt. Dann besteht jedoch die Gefahr, dass es lediglich als Dekoration bleibt – schön, aber nicht in das Gesamtbild des Raums integriert. Im idealen Szenario entstehen Innenarchitektur und Kunst gemeinsam als einheitliches Ganzes. Es ist wie ein Duett – man kann die Parts getrennt voneinander spielen, doch wenn sich die Stimmen vereinen, entsteht Magie.

Design: Elena Potëmkin, Foto: Sergey Ananiev, Stil: Ekaterina Vasilieva
Design: Elena Potëmkin, Fotos: Sergey Ananiev, Stil: Ekaterina Vassilieva

— Der Gedanke kommt mir gerade sehr in den Sinn: „Schönheit ist eine Form des Respekts vor dem Leben“. Für mich ist das Zuhause nicht einfach nur eine Ansammlung von Materialien und Gegenständen. Es ist ein Lebensraum, in dem jedes Detail dazu dient, den Komfort, die Gesundheit und das seelische Gleichgewicht des Menschen zu fördern. Wenn wir entwerfen, denken wir nicht daran, wie es auf Fotos aussehen wird, sondern daran, wie man dort leben kann: Ob es bequem ist, das Fenster zu öffnen, ob abends genug Licht vorhanden ist und ob es Platz für Ruhe und Zeit zum Innehalten gibt.

Design von Elena Potëmkin, Foto von Inna Sedletskaya, Stil von Victoria Zvonilina
Design: Elena Potëmkin, Fotos: Inna Sedletskaia, Stil: Victoria Zvonilina

Need a renovation specialist?

Find verified professionals for any repair or construction job. Post your request and get offers from local experts.

You may also like