Zimmer im provenzalischen Stil

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Auf den ersten Blick mag es so erscheinen, als wäre die Nachahmung eines ländlichen Stils nicht geeignet für Wohnungen oder große Einfamilienhäuser.

Aber das ist nicht der Fall. Die Verwendung des Landhausstils wird von modernen Designern weit verbreitet angewendet, da dieser Stil es ermöglicht, den Wohnraum mit einer Atmosphäre von Komfort und Ruhe zu füllen. Der Provence-Stil ist eine beliebte Ausprägung dieses Landhausstils und hat seinen Ursprung in Frankreich.

Eigenschaften des Stils

Die charakteristischen Merkmale des Provence-Stils sind durch seine historischen Wurzeln geprägt. Im 17. Jahrhundert versuchte die französische Bourgeoisie, ihre Häuser außerhalb der Stadtgrenzen zu errichten, um dem Trubel und den strengen klassischen Inneneinrichtungen zu entfliehen. Inspiriert vom ländlichen Leben, der malerischen Natur und dem natürlichen Charme des alten Kontinents ließen sie ihre Handwerker ähnliche Stimmungen in der Innenausstattung ihrer Häuser wiedererkennen. Die Kombination aus hellen Tönen, natürlichen Materialien und schlichten Dekorationselementen fand schnell Anklang bei der High Society – so gehörten bereits im 18. Jahrhundert auch Bohème-Mitglieder wie Schriftsteller und Künstler zu den Anhängern dieses Stils. Im 19. Jahrhundert erfuhr dieser Stil in ganz Europa Bekanntheit.

Auch wenn der Provence-Stil zur Familie der Landhausstile gehört, besitzt er doch eigene, unverwechselbare Merkmale, die ihn von anderen Stilen unterscheiden.

  • Im Provence-Stil werden helle Farben vermieden; vorwiegend Pastelltöne werden verwendet.

  • Wände in Häusern im Provence-Stil sind in der Regel weiß – sie werden verputzt, gestrichen oder mit Putz versehen.

    Textilien mit Blumenmustern dienen als Dekorationselemente; diese können leuchtend und intensiv sein, um bestimmte Bereiche des Raumes hervorzuheben.

    Auch dünne Gusseisenobjekte wie Kerzenständer oder Gitter, die eine Feuerstelle nachahmen, sowie hohe Pflanzenkästen in der Nähe des Bettes eignen sich zur Dekoration.

    Der Provence-Stil neigt auch zu einem gewissen Minimalismus und „Kühle“; in den heißesten Regionen Frankreichs versuchte man, Räume durch Dekoration künstlich abzukühlen – dabei wurden ausschließlich weiße Farben verwendet, natürliche, atmungsaktive Textilien eingesetzt und die Räume nicht übermäßig mit Möbeln gefüllt.

Nicht alle oben genannten Elemente können heute in modernen Wohnungen angewendet werden; daher können Designer bei Renovierungen nur die Hauptmerkmale dieses Stils nutzen – Farben, Lichtgestaltung und schlichte Dekorationselemente.

Foto: Schlafzimmer im Provence- und Landhausstil, Apartment, Häuser und Wohnungen, Provence, Wochenprojekt, Moskau – Foto auf unserer WebsiteProjekt: CO:interior

Wandgestaltung

Die gängigste Wandverkleidung im Provence-Stil ist Putz, der grob aufgetragen wird und an manchen Stellen die Mauerstruktur sichtbar lässt – doch dies ist nicht zwingend erforderlich. Als Alternative kann auch eine Putzbeschichtung verwendet werden, die das Aussehen von vom Holzwurm befallenem Holz nachahmt. Auch Holzverkleidungen, die ebenfalls gestrichen oder geputzt werden, eignen sich hierfür. In Küchen oder Wohnküchen können auch glasierte Ziegelsteine, schneeweiße Fliesen oder Steinmaterialien verwendet werden.

Auch die Deckengestaltung ähnelt der Wandverkleidung; sie wird in hellen Farbtönen gestrichen. Für mehr Authentizität können Holzbalken in kontrastierenden Farben angebracht werden. Hängende oder abgehängte Decken sind nicht empfehlenswert.

Für den Boden eignen sich Laminat, Parkett oder natürliches Holz am besten; praktischerweise können auch dunkle, aber natürliche Farbtöne gewählt werden.

Foto: Kinderzimmer im Provence- und Landhausstil, Klassisch, Apartment, Wochenprojekt, Moskau, Ludmila Krystal, Neubau, Monolithisches Haus, 4 oder mehr Zimmer, über 90 Quadratmeter – Foto auf unserer WebsiteDesign: Ludmila Krystal

Innenraumgestaltung im Provence-Stil

Im Provence-Stil werden charakteristische Dekorationselemente verwendet, die die Atmosphäre Südfrankreichs nachempfinden. Vor allem Blumen und florale Dekorationen spielen hier eine wichtige Rolle – je mehr lebendige, farbenfrohe Blumen im Raum vorhanden sind, desto authentischer wirkt die gesamte Inneneinrichtung. Diese können in Porzellanvasen oder gewebten Körben angeordnet werden; kleine Pflanzenkästen oder Skulpturen eignen sich ebenfalls zur Dekoration.

Auch gusseiserne Leuchter oder Beine aus Gusseisen passen gut in diesen Stil. Wände können außerdem mit Gemälden oder handgemalten Keramikplatten dekoriert werden.

Textilien sind die besten Begleiter des Provence-Stils; Vorhänge, Bettdecken sowie Polsterungen für Armlehnen und Stühle sollten am besten aus Leinen oder Baumwolle in einfachen Mustern wie Blumenmustern, Streifen oder Karosserien bestehen.

Die Farbpalette im Provence-StilFür den französischen Provence-Stil ist besondere Aufmerksamkeit der Farbwahl zu widmen – es werden ausschließlich helle, ruhige Töne verwendet; leuchtende Farben sind nicht erlaubt. Dies unterscheidet diesen Stil vom Landhausstil, in dem auch Rot, Schwarz oder Grün als Hauptfarben verwendet werden können.

Das Ziel ist es, den Eindruck von sonnig-warmen, natürlichen Oberflächen zu erzeugen – daher kommen nicht nur weiße Farben zum Einsatz, sondern auch Braun, Blau, Rosa, Beige und andere Nuancen.

Einrichtung im Innenraum

Für die Einrichtung im Provence-Stil eignen sich am besten solide Holzmöbel mit einer rauen Oberfläche; sie sollten so aussehen, als wären sie bereits über viele Generationen hinweg genutzt worden. Um dieses „Altersgefühl“ zu erzeugen, können Risse, Kratzer oder abgenutzte Stellen künstlich hinzugefügt werden.

Schränke, Armlehnenstühle und Schränke mit rundlichen Holzbeinen in der Farbe des Hauptmöbels eignen sich besonders gut. In Küchen oder Wohnküchen können auch glasierte Ziegelsteine, schneeweiße Fliesen oder Steinmaterialien verwendet werden.

Wie bereits erwähnt, sind Textilien die einzigen leuchtenden Elemente in einem Raum im Provence-Stil; es sollte jedoch immer nur ein einziges Muster verwendet werden – Streifen, Karosserien oder Blumenmotive. Die Kombination verschiedener Muster ist nicht zulässig.

Wände und Türen

Die Hauptregel beim Gestalten von Wänden und Türen im Provence-Stil lautet: Diese sollten keine zu viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Deshalb wählen viele Designer oft Holztüren in der Farbe der Wände oder lassen sie in ihrer natürlichen Farbe.

Fenster im Provence-Stil müssen unbedingt weiß sein; dafür eignen sich herkömmliche PVC-Fensterrahmen. Für mehr Authentizität können auch Fensterläden verwendet werden, die das Fenster in mehrere kleine Bereiche unterteilen.

Beleuchtung

Für die Beleuchtung im Provence-Stil eignen sich Kerzenständer sowie Bodenleuchten mit Blumen- oder Pflanzenmotiven. Glänzende Glas- oder Kunststoffelemente sollten dabei vermieden werden. Am besten geeignet sind gusseiserne Kerzenständer mit Lampenschirmen in der Farbe der Wände; diese lenken die Aufmerksamkeit nicht auf sich selbst, sondern ergänzen den Raum geschickt. Die Schirme der Leuchten können aus Stoff, Porzellan oder Holz gefertigt sein.

Für einen „raueren“ Stil im Provence-Stil, bei dem eher braune und warme Töne verwendet werden, eignen sich auch prächtigere Kerzenständer – beispielsweise solche mit simulierten Kerzenlichtern. Diese sind jedoch eher für Räume mit hohen Decken geeignet.

Gesamtbild

Französischer Provence-Stil ist die perfekte Wahl für alle, die dem Stadtleben entfliehen und sich in einer ruhigen, entspannten Atmosphäre Südfrankreichs erholen möchten. Die Kombination aus natürlichen Materialien und Pastelltönen passt zu jedem Wohnraum – das Wichtigste ist es, die wesentlichen Merkmale dieses Stils zu berücksichtigen.

Titelbild: Designprojekt: Evgenia Matveenko, Architekturbüro FlatsDesign.

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