Skubianka-Haus / SZCZ Jakub Szczesny / Polen

Ein verborgenes Juwel im Wald
Versteckt in einem Mischwald nahe einem Fluss außerhalb von Warschau entstand das Skubianka-Haus aus der Hülle eines modernistischen Gebäudes aus den 1970er/80er Jahren, das ursprünglich unter Zwang und aufgrund von Materialmangel errichtet wurde. Das ursprüngliche Gebäude – erbaut zwischen 1976 und 1981 – wurde mit improvisierten Materialien wie Straßenbahnrädern für die Decken konstruiert. Als die heutigen Besitzer zufällig darauf stießen (während sie ihren Hund ausführten!) und von seiner seltsamen, „klotzigen“ Form begeistert waren, beauftragten sie SZCZ Jakub Szczesny damit, das Wohnhaus zu verändern, während seine ungewöhnliche Geometrie erhalten blieb.
Form bewahren, im Inneren innovieren
Szczesnys Strategie war klar: Die schrittweise, pyramidenförmige Anordnung des ursprünglichen Gebäudes beibehalten, die niedrigen Decken (212 cm im Erdgeschoss) akzeptieren und die intime Skala nutzen, gleichzeitig das Haus durch Verglasungen, Terrassen und strukturelle Eingriffe der Natur öffnen. Große Fenster, Deckenlichter sowie ein Gründach über der Garage heben das Haus sowohl visuell als auch erlebnisorientiert in die umgebende Landschaft. Die Kunden wählten bewusst minimale Geländer auf der Terrasse im oberen Stock, um eine unmittelbare Verbindung zum Wald zu ermöglichen.
Materialien & Atmosphäre
Die Außenfassade bleibt dezent gehalten, um in den Waldhintergrund zu verschmelzen; im Inneren dominieren Wärme und Authentizität der Materialien. Ein Stahlrahmen mit roten Akzenten, große Panoramafenster sowie maßgefertigte Möbel, die vom Eigentümer selbst hergestellt wurden, verleihen ein handgefertigtes Flair, das bei einer Renovierung dieser Größenordnung selten zu sehen ist. Der Boden im Wohnzimmer enthält einen verglasten Bereich, der eine vertikale Sichtverbindung zwischen den Etagen schafft – eine poetische Lösung, die sowohl die räumliche Tiefe als auch das natürliche Licht verstärkt.
Räumliche Organisation & Funktionalität
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Erdgeschoss (Deckenhöhe 212 cm): Gästezimmer für die erwachsenen Töchter, ein Arbeitszimmer sowie Badezimmer/Heizraum.
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Erstes Stockwerk: Küche/Essbereich und Wohnraum, die auf eine neue Terrasse führen, die die ursprüngliche ersetzt.
Oberstes Stockwerk (Hauptschlafbereich, 250 cm Höhe): Hauptschlafzimmer mit Blick auf Wald und Fluss, kleines Badezimmer, zwei Terrassen. Die Garage wurde versetzt und mit einem Gründach bedeckt, das von dem höher gelegenen Teil des abschüssigen Grundstücks aus erreichbar ist.
Landschaft und Kontext
Das Haus steht auf einem sanft abfallenden Grundstück neben einem Fluss. Der ursprüngliche Entwurf ignorierte das steile Gelände, doch die Renovierung berücksichtigt es – das Haus erhebt sich, die Terrassen erstrecken sich in Reihen, und die klare Silhouette wird durch Bäume sanft getarnt. Die Entscheidung, die Garage mit einem Gründach zu bedecken, zeigt Respekt vor dem Land und nicht nur den Bau darauf.
Warum es wichtig ist
Das Skubianka House ist nicht einfach nur eine Sanierung – es handelt sich um eine Umwandlung traditioneller Architektur in ein zeitgenössisches Wohnkonzept, das Einschränkungen (niedrige Decken, schwierige ursprüngliche Form) als Gestaltungsmöglichkeiten nutzt. Es zeigt, dass das, was andere wegschmeißen, zu dem werden kann, was ein Projekt einzigartig macht. Die Kombination aus bewegter Geschichte, poetischer Materialität und durchdachter Integration in die Landschaft hebt es zu einer Erzählung auf, die es wert ist, geteilt zu werden.
In der Welt minimalistischer Rückzugsorte, die von Grün und Glas umhüllt sind, unterscheidet sich das Skubianka House dadurch, dass es seine seltene Erzählung in den Vordergrund stellt – ein Haus, das aus einer Krise entstand, zufällig wiedergefunden wurde und mit Absicht neu gestaltet wurde. Für Designer bietet das Projekt Lektionen in Anpassungsfähigkeit, Respekt vor dem Ort sowie darin, wie unkonventionelle Architekturtypen überraschend reiche architektonische Poesie hervorbringen können.

























